Drei neue Ausbildungsberufe seit 2009Bergbautechnologe, Industrieelektriker und Werkfeuerwehrmann27.08.2009 Sebastian Haberland
Seit August 2009 gibt es in Deutschland drei neue Ausbildungsberufe. Außerdem wurden vier weitere Ausbildungsberufe modernisiert.
Wie so ziemlich alles im Leben ändert sich mit der Zeit auch die Auswahl der Ausbildungsberufe. Gab es 1971 noch 606 anerkannte Ausbildungsberufe, so sind es heute nur noch 349. Neben technischem Fortschritt sind die Gründe für die sinkende Zahl auch in der Zusammenlegung von Ausbildungsberufen zu finden. Dadurch nimmt die Vielfältigkeit der Aufgaben genauso zu, wie die Anforderungen an Ausbildungssuchende. Die neuen und modernisierten Ausbildungsberufe im ÜberblickNeu sind:
Modernisiert wurden:
Der Bergbautechnologe: tiefbohrender BergmechanikerDer Ausbildungsberuf Bergbautechnologe ersetzt den bisherigen Ausbildungsberuf Bergbaumechaniker. Gleichzeitig wird das Aufgabengebiet um die Tiefbohrtechnik erweitert. Das wurde notwendig, weil die technischen Anforderungen im Bergbau immer vielfältiger werden, die Metallbearbeitung aber beispielsweise an Bedeutung verliert. Bergbautechnologen können entweder in der Fachrichtung Tiefbautechnik oder der Fachrichtung Tiefbohrtechnik ausgebildet werden. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Es ist vorgesehen, zukünftig auch Frauen für den Beruf des Bergbautechnologen zu gewinnnen. Industrieelektriker: der Kleine unter den ElektroberufenNeben den dreieinhalbjährigen Elektroberufen bietet seit August 2009 der Industrieelektriker Jugendlichen die Chance, einen relativ schnellen Facharbeiterabschluss zu erzielen. Die Ausbildung dauer nur zwei Jahre und ist in den Fachrichtungen Betriebstechnik und der Fachrichtung Geräte und Systeme möglich. Die Aufgaben umfassen die Herstellung und Inbetriebnahme von elektronischen Systeme und Anlagen, sowie die Installation und Konfiguration von IT-Systemen. Werkfeuerwehrmann: betriebsinterner BrandschutzWerkfeuerwehrleute werden speziell auf die Gegebenheiten in brandgefährdeten Unternehmen vorbereitet. Dazu zählen beispielsweise Kraftwerke, Flughäfen oder die chemische Industrie. Werkfeuerwehren erhalten damit die Möglichkeit ihren Nachwuchsbedarf im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung selbst zu decken. Die Prüfung zum Rettungssanitäter ist ebenso Ausbildungsinhalt wie der Führerschein und die Wartung von Feuerwehrgeräten. Fotograf: alter Beruf in neuem GewandFotografen werden nach der Modernisierung der Ausbildungsordnung fortan in folgenden Fachrichtungen ausgebildet:
Dies soll eine Erleichterung für die Betriebe darstellen, die so auf ihr jeweiliges Fachgebiet spezialisierte Ausbildungsinhalte vermitteln sollen. Auch neue Ausbildungsinhalte wie tiefgreifendere Kenntnisse im Bereich Fotorecht und Bildbearbeitung zieht die Modernisierung nach sich. Die Dauer der Ausbildung bleibt unverändert bei drei Jahren. Keramiker: flexiblere Möglichkeiten für HandwerkerDie wichtigste Änderung ist die Aufteilung der Ausbildung in Pflicht- und Wahlqualifikationen. Neben den Pflichtqualifikationen, die alle Auszubildenden des Keramikerberufs durchlaufen müssen, können Auszubildende zusätzlich in zwei von sechs Fachbereichen weitere Kenntnisse erwerben. Damit soll sowohl dem Bedarf der Betriebe als auch dem Wunsch der Auszubildenden entsprochen werden. Folgende Fachbereiche stehen zur Auswahl:
Musikfachhändler: der moderne MusikalienhändlerDie Ausbildungsordnung des Musikalienhändlers von 1954 bedarf einer dringenden Modernisierung. Die neue Berufsbezeichnung soll verdeutlichen, dass Musikfachhändler nicht nur mit Musikalien, sondern auch mit Instrumenten und Tonträgern handeln. Außerdem wurden die Entwicklungen im Sortiment sowie betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte berücksichtigt. Erstmals gibt es einen Ausbildungsrahmenplan, der auch die Vermittlung neuer Kenntnisse wie IT-Kompetenz und Selbstständigkeit innerhalb der drei Lehrjahre vorsieht. Technischer Modellbauer: Zusammenlegung von Modellbauer und ModellbaumechanikerStatt wie bisher in zwei, wird die Ausbildung zum technischen Modellbauer nun in folgenden drei Fachrichtungen angeboten:
Dafür wurden die Berufe Modellbauer und Modellbaumechaniker zusammengelegt. Zu den Inhalten der dreienhalbjährigen Ausbildung zählen unter anderem die Planung und Konstruktion von Produkten des Modellbaus, Bearbeitungs- und Verarbeitungsverfahren sowie die Gestaltung von Oberflächen Quelle: bibb
Der Artikel Drei neue Ausbildungsberufe seit 2009 in Ausbildung & Lehre unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Drei neue Ausbildungsberufe seit 2009 ist Sebastian Haberland.
Ähnliche Artikel
Ähnliche Themen
Schlagworte
Mehr in Bildung & Karriere
|